
Zweimal in der dds: Restaurierung und Digitalisierung bei Kramp & Kramp
In der September-Ausgabe 2026 der dds sind wir gleich in zwei Beiträgen vertreten. Im Mittelpunkt stehen zwei Themen, die unseren Arbeitsalltag auf unterschiedliche Weise prägen: die fachgerechte Restaurierung historischer Fenster und die digitale Dokumentation komplexer Restaurierungsprojekte.
Die beiden Beiträge zeigen zugleich, dass traditionelle Handwerkstechniken und moderne Arbeitsweisen kein Gegensatz sein müssen.
„Weniger Zettelwirtschaft“: digitale Dokumentation im Handwerk
Wie gelangen Informationen zuverlässig von der Baustelle in die Werkstatt und ins Büro – und wieder zurück? Genau darum geht es im dds-Beitrag „Weniger Zettelwirtschaft“.
Am Beispiel unseres Projektleiters Lukas Fuchs zeigt der Artikel, welche Rolle eine strukturierte digitale Dokumentation bei umfangreichen Restaurierungsprojekten spielt. Eines der genannten Beispiele ist die Sanierung des Werkzeugmuseums in Remscheid. Dort mussten rund 100 historische Vertikalschiebefenster ausgebaut, restauriert und anschließend wieder eindeutig ihrem ursprünglichen Einbauort zugeordnet werden.
Gerade in der Denkmalpflege ist eine genaue Zuordnung entscheidend. Bauteile sind häufig individuell gefertigt, Maße unterscheiden sich und während der Arbeiten entstehen zahlreiche Fotos, Notizen und Absprachen. Statt diese Informationen auf verschiedenen Zetteln, in Ordnern oder auf einzelnen Smartphones zu verteilen, arbeitet unser Team mit einer digitalen Projektakte.
Der dds-Beitrag beschreibt dabei auch den Einsatz von MemoMeister: Fotos, Informationen und Absprachen lassen sich direkt dem jeweiligen Projekt oder Bauteil zuordnen. Dadurch stehen wichtige Informationen dort zur Verfügung, wo sie benötigt werden – in der Werkstatt, auf der Baustelle und im Büro.
Über unsere Erfahrungen mit der digitalen Projektakte haben wir bereits ausführlicher auf unserer Website berichtet.
„Ziemlich nah am Original“: Fensterrestaurierung am Erbdrostenhof
Der zweite Beitrag führt nach Münster. Unter der Überschrift „Ziemlich nah am Original“ berichtet die dds über die Restaurierung der Fenster des Erbdrostenhofs.
Der barocke Erbdrostenhof wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört und in den 1950er-Jahren nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Nach mehr als 70 Jahren stand nun die Sanierung von rund 40 Sprossenfenstern an der Südfassade an. Die Restaurierungsarbeiten wurden von unserem Team durchgeführt.
Die Fenster wurden ausgebaut, nummeriert und in unserer Werkstatt bearbeitet. Alte Beschichtungen wurden entfernt, geschädigte Holzbereiche ausgeschnitten und mit Reparaturstücken aus entsprechendem Holz ergänzt. Dabei galt auch bei diesem Projekt unser grundlegendes Prinzip: so viel vorhandene Substanz wie möglich erhalten und nur dort ergänzen, wo es notwendig ist. Auch vorhandene Glasscheiben konnten wieder eingesetzt und mit Leinölkitt eingeglast werden.
Ein besonderer Schwerpunkt des dds-Beitrags liegt auf der anschließenden Oberflächenbehandlung der Fenster.
Zum Einsatz kam ein Anstrichsystem des Herstellers Kreidezeit. Die verwendeten Farben basieren laut Beitrag unter anderem auf Leinöl sowie Erd- und Mineralpigmenten und orientieren sich damit an historischen Materialien. Die Beschichtung wurde mit dem Pinsel ausgeführt. Auch der dabei entstehende sichtbare Pinselstrich gehört zum historischen Erscheinungsbild der Fenster.
Die Arbeiten zeigen damit exemplarisch, worauf es bei der Restaurierung historischer Fenster ankommt: Bestehendes erhalten, Schäden gezielt reparieren und Materialien sowie Verarbeitung auf das jeweilige Bauteil abstimmen. Dieses Prinzip bildet auch die Grundlage unserer Fensterrestaurierung.
Traditionelles Handwerk und moderne Prozesse
Auf den ersten Blick behandeln die beiden dds-Beiträge zwei sehr unterschiedliche Themen. Für unseren Arbeitsalltag gehören sie jedoch unmittelbar zusammen.
Eine sorgfältige Restaurierung braucht handwerkliches Wissen, Erfahrung und einen genauen Blick auf das einzelne Bauteil. Gleichzeitig werden Projekte mit vielen Bauteilen, Beteiligten und Arbeitsschritten schnell komplex. Eine verlässliche Dokumentation hilft uns dabei, Informationen nachvollziehbar zu halten und Abläufe zwischen Baustelle, Werkstatt und Büro besser zu organisieren.
So verbinden wir traditionelle Restaurierungstechniken mit digitalen Werkzeugen dort, wo sie unsere Arbeit sinnvoll unterstützen.
Wir bedanken uns bei der dds für die beiden Beiträge und die Einblicke in unsere Arbeit.

Quelle: dds – Das Magazin für Möbel und Ausbau, Ausgabe 9/2026, Beiträge „Weniger Zettelwirtschaft“ und „Ziemlich nah am Original“.