Presse

Hanse Hof Lemgo im Fachmagazin bauhandwerk

Unter dem Titel „Vom Lost Place zur glanzvollen Zukunft“ widmet das Fachmagazin bauhandwerk dem Hanse Hof Lemgo in seiner Ausgabe 9/2026 einen ausführlichen Beitrag. Auf fünf Seiten geht es um die denkmalgerechte Sanierung des historischen Gebäudeensembles in der Breiten Straße und insbesondere um die Wiederherstellung seiner Fassaden.

Vom Leerstand zur neuen Nutzung

Das Ensemble aus dem Längsdielenhaus in der Breiten Straße 39 und dem Bruchsteinhaus Nummer 41 blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Nach dem Umbau zum „Hanse Center“ in den Jahren 1978/1979, der späteren Schließung und zwölf Jahren Leerstand begann 2023 die umfangreiche denkmalgerechte Sanierung von insgesamt 1.035 Quadratmetern Wohn- und Geschäftsfläche.

Zu Beginn wurden beide Gebäude weitgehend bis auf die historische Bausubstanz zurückgebaut. Dabei galt von Anfang an: Erhaltenswerte Konstruktionen sollten bewahrt und spätere Einbauten dort zurückgenommen werden, wo sie den historischen Bestand überformt hatten.

Denkmalgerechte Sanierung am Hanse Hof Lemgo

Eine baugeschichtliche Untersuchung und dendrochronologische Untersuchungen lieferten wichtige Erkenntnisse für die weitere Planung. Demnach reichen Teile der Baugeschichte bis in das Jahr 1507 zurück. Das heutige Längsdielenhaus wurde 1828 neu errichtet. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse und historischer Rekonstruktionszeichnungen konnte seine Fachwerkfassade wieder an den Zustand um 1828 angenähert werden.

Bei der Sanierung stand der größtmögliche Erhalt der historischen Substanz im Mittelpunkt. Historische Fachwerkhölzer und Gefachfüllungen sollten im Originalzustand erhalten bleiben. Erneuerungen waren nur dort vorgesehen, wo sie technisch notwendig und mit der Denkmalbehörde abgestimmt waren. Für erforderliche Reparaturen am Fachwerk kam Eichenholz zum Einsatz; gut erhaltene Back- und Lehmsteine wurden ausgebaut und bei der neuen Ausfachung wiederverwendet.

Marode Holzbereiche wurden fachgerecht repariert und mit traditionellen Holzverbindungen ergänzt. Die Gefache wurden unter anderem mit weichgebrannten Backsteinen und Trasskalkmörtel neu ausgemauert. Für die Beschichtung der Fachwerkhölzer kamen Leinöl-Halböl und Leinölfarbe zum Einsatz. Eine Farbbefundsuntersuchung hatte zuvor einen hellen Grauton für das Ständerwerk nachgewiesen, der bei der Neubeschichtung wieder aufgenommen wurde.

Rekonstruktion der historischen Schaufensteranlage

Auch die Fassade des Bruchsteinhauses Nummer 41 spielt im Fachbeitrag eine zentrale Rolle. Das Gebäude erhielt 1912 seine Jugendstilfassade mit großflächiger Gewerbefront. Historische Bauzeichnungen und Postkarten aus den 1930er-Jahren dienten als Grundlage für die Rekonstruktion der Schaufensteranlage.

Dabei mussten Denkmalschutz und heutige Anforderungen zusammengebracht werden. Für die großen Schaufenster wurde eine Wärmeschutzverglasung eingesetzt. Aufgrund der Dimensionen und des Gewichts der Scheiben erfolgte der Einbau mit Kranwagen und Vakuumsauger. Die Holzrahmen wurden als Bausatz geliefert und vor Ort zusammengesetzt..

Historische Substanz für eine neue Zukunft

Nach Abschluss der Arbeiten entstanden im Hanse Hof 14 Wohnungen und eine Gewerbeeinheit. Gleichzeitig wurden die historischen Fassaden beider Gebäude denkmalgerecht wiederhergestellt. Auch im Inneren blieben sichtbare Fachwerkwände, Deckenbalken und weitere historische Holzbauteile erhalten und wurden aufgearbeitet.

Der Beitrag in bauhandwerk zeigt damit anhand vieler handwerklicher Details, wie sich der Erhalt historischer Bausubstanz und eine zeitgemäße Nutzung miteinander verbinden lassen.

Verfasst wurde der Fachbeitrag von Claudia Moormann aus unserem Team. Kramp & Kramp war am Hanse Hof unter anderem mit Tischler-, Zimmerer- und Malerarbeiten beteiligt; Maurer- und Putzarbeiten wurden ebenfalls durch Kramp ausgeführt.

Quelle: bauhandwerk – Das Profimagazin für Ausbau, Neubau und Sanierung, Ausgabe 9/2026, Beitrag „Vom Lost Place zur glanzvollen Zukunft“.