
Minister Laumann auf Ausbildungstour bei Kramp & Kramp in Lemgo
NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann war am 24. August 2026 im Rahmen seiner landesweiten Ausbildungstour bei uns in Lemgo zu Gast. Im Mittelpunkt stand der direkte Austausch mit unseren Auszubildenden und dem Team: Wie erleben junge Menschen ihre Ausbildung? Was erwarten sie von ihrem Beruf? Und was brauchen Handwerksbetriebe, um auch künftig qualifizierte Fachkräfte auszubilden?
Ausbildungstour: zuhören, nachfragen und Handwerk kennenlernen
Mit seiner Ausbildungstour besucht Karl-Josef Laumann Ausbildungsbetriebe in Nordrhein-Westfalen und spricht vor Ort mit Auszubildenden, Ausbildungsverantwortlichen, Beschäftigten und Unternehmensleitungen. Ziel ist es, aus erster Hand zu erfahren, was in der Ausbildung gut funktioniert und wo sich Rahmenbedingungen verbessern lassen.
Bei uns wurde daraus ein offener und ausführlicher Austausch. Minister Laumann interessierte sich unter anderem dafür, wie wir unsere Ausbildungsplätze besetzen, welche Voraussetzungen junge Menschen für einen handwerklichen Beruf mitbringen und wie sich die Erwartungen an Ausbildung und Arbeitsleben verändert haben.
Auch die schulische Vorbereitung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Frage, wie das Handwerk junge Menschen frühzeitig erreichen kann, wurden diskutiert. Die Lippische Landes-Zeitung griff den Besuch und diese Themen in ihrer Ausgabe vom 27. August ausführlich auf (Artikel unten).
Nachwuchs für Altbau, Restaurierung und Denkmalpflegen
Aktuell bilden wir bei Kramp & Kramp 14 junge Menschen im Tischler-, Zimmerer-, Maurer- sowie Maler- und Lackiererhandwerk aus.
Dabei lernen unsere Auszubildenden nicht nur die Grundlagen ihres jeweiligen Handwerks. Die Arbeit an Altbauten und denkmalgeschützten Gebäuden bringt besondere Anforderungen mit sich: Historische Konstruktionen müssen verstanden, vorhandene Materialien beurteilt und traditionelle Arbeitstechniken fachgerecht angewendet werden.
Geschäftsführer Guido Kramp brachte beim Besuch auf den Punkt, was diese Ausbildung besonders macht:
„Die meisten Unternehmen bauen Zukunft. Wir bauen Vergangenheit – und dafür brauchen wir Nachwuchs, der Geduld mitbringt und mit den Händen denkt.“
Denn wer historische Bausubstanz erhält, arbeitet häufig mit Bauteilen, Konstruktionen und Materialien, die schon viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte überdauert haben. Dafür braucht es neben handwerklichem Können auch Verständnis für den Bestand und einen sorgfältigen Umgang mit dem, was bereits vorhanden ist.
Erst ausprobieren, dann entscheiden
Ein wichtiger Punkt im Gespräch war auch der Einstieg in die handwerkliche Ausbildung. Bei uns gehört deshalb ein Praktikum zum Bewerbungsprozess. Interessierte können den Wunschberuf zunächst praktisch kennenlernen und herausfinden, ob Tätigkeit, Arbeitsweise und Team zu ihnen passen.
Auch für unsere Ausbildungsverantwortlichen ist dieser Einblick wichtig. Denn Schulabschluss und Noten allein zeigen nicht, ob jemand handwerkliches Verständnis, Interesse und die nötige Lernbereitschaft mitbringt. Tischlerei-Werkstattleiter Dieter Nagel machte im Gespräch deutlich, dass für ihn gerade das praktische Können eine wichtige Rolle spielt.
Dass dieses Vorgehen funktioniert, zeigt sich für uns ganz praktisch: Unsere Ausbildungsplätze können wir regelmäßig besetzen.
Handwerk verändert sich – Ausbildung auch
Beim Austausch ging es nicht nur um fachliche Inhalte. Auch veränderte Lebensmodelle und Erwartungen an die Arbeitswelt spielten eine Rolle.
Unsere Personalreferentin Claudia Schröer berichtete unter anderem darüber, dass heute mehr junge Frauen den Weg in unsere handwerklichen Berufe finden. Technische Hilfsmittel erleichtern viele körperlich anspruchsvolle Arbeiten. Gleichzeitig bieten wir Teilzeitmodelle an und versuchen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Beruf und Familie miteinander vereinbar machen.
Für uns gehört auch das zur Nachwuchsgewinnung: Handwerk weiterzuentwickeln, ohne seine fachlichen Grundlagen und seinen Anspruch aus den Augen zu verlieren.
Austausch direkt in unseren Werkstätten
An diesem Tag sollte es aber nicht nur um Gespräche mit der Geschäftsführung gehen. Im Mittelpunkt der Ausbildungstour standen vor allem die Menschen, die das Handwerk täglich lernen und ausüben. Deshalb ging es nach dem ersten gemeinsamen Austausch direkt weiter in unsere Werkstätten.
Dort nahm sich Minister Laumann viel Zeit für Gespräche mit unseren Nachwuchskräften und Mitarbeitenden. Er ließ sich Arbeitsabläufe zeigen und erklären, was die Restaurierung historischer Bauteile ausmacht und welches handwerkliche Wissen dafür notwendig ist. Sie gaben Einblicke in ihre Arbeit, erklärten aktuelle Aufgaben und zeigten ganz praktisch, wie traditionelle Handwerkstechniken und der Erhalt historischer Substanz bei uns vermittelt werden.
So wurde aus dem Betriebsrundgang vor allem das, worum es bei der Ausbildungstour gehen sollte: ein direkter und persönlicher Austausch mit den Menschen, die das Handwerk von heute lernen und in Zukunft weiterführen.
Organisiert wurde die Ausbildungstour in Ostwestfalen-Lippe von der Regionalagentur OWL gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern Ostwestfalen und Lippe sowie der Handwerkskammer OWL. Begleitet wurde der Besuch unter anderem von Klaus Hansen, Mitglied des Landtags, und Peter Eul, Präsident der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld.
Wir bedanken uns bei Karl-Josef Laumann und allen Beteiligten für den Besuch, das Interesse an unserer Arbeit und vor allem für den offenen Austausch mit unseren Auszubildenden und unserem Team.

Quelle: Lippische Landeszeitung – 27.08.2026