Vielfalt in uralten Mauern

(Quelle: Lippische Landeszeitung vom 13. Dez. 2008)

Lemgo (Rei). Der Mini-Bagger wühlt sich durch das Erdreich. Per Schubkarre tragen die Arbeiter den Schutt heraus. Noch ist viel zu tun. Aber Ende kommenden Jahres soll es fertig sein, das „Haus der Vielfalt“ der Stift ung Eben-Ezer in der östlichen Mittelstraße.

In Jahrhunderte alten Mauern entsteht ein einmaliges Begegnungszentrum mit den Zutaten Café, Kultur, Kunst und Wohnen. „Hinter dem Anziehungspunkt steckt durchaus auch das Ansinnen, die Mittelstraße zu beleben. Und zwar über den Geschäft sschluss hinaus“, so Andreas Strothmann. Der gelernte Koch und Ökotrophologe ist bei der Stift ung für das neue Projekt verantwortlich. Vorrangig bei diesem sei jedoch der integrative Charakter. In dem neuen „Haus der Vielfalt“ werden sechs Menschen mit Behinderung im gastrono-mischen oder hauswirtschaftlichen Bereich ausgebildet. Drei Mitarbeiter stammen von Eben-Ezer und drei von der Lebenshilfe Lemgo, was ebenfalls ein Novum darstellt. Dazu kommen laut Strothmann 2,8 weitere Stellen. Die Gastronomie, die in den umgebauten Räumen des ehemaligen Cafés Kneuper (Mittelstraße 6) beheimatet sein wird, soll bis 22 Uhr geöffnet sein. Dazu gibt es reichlich Platz für Kulturveranstaltungen und Begegnungen aller Art in einem Saalbau im hinteren Teil des ehemaligen Ackerbürgerhaus-Komplexes, der aus dem 16. Jahrhundert stammt. Kleinkunst, Konzerte, aber auch Feiern sind laut Strothmann hier möglich. „Ganz wichtig: Das Haus der Vielfalt steht jedermann offen“, betont er. Zur Echternstraße hin wird in einer ehemaligen Scheune Platz für die Kunstwerkstatt eingerichtet, die von ihrem heutigen Standort hinter der Volksbank mit in den Komplex ziehen wird. Vierter Baustein des Hauses sind drei Wohnungen für Menschen mit Behinderungen.

Die gesamte Nutzfläche gibt Strothmann, der das „Haus der Vielfalt“ auch leiten wird, mit 700 Quadratmetern an. Ursprünglich sollte es Anfang 2009 fertiggestellt sein, aber diverse Überraschungen in der uralten Bausubstanz sorgen laut Christine Förster (Eben-Ezer) für Verzögerungen. Die Investition zwischen Mittel- und Echternstraße umfasst ca. zwei Millionen Euro. Ein Viertel der Summe trägt die Stift ung aus Eigenmitteln, den Rest steuern die „Aktion Mensch“, die Stiftung Wohlfahrtspfl ege NRW und das Landes-Bauministerium bei.