Restauratoren staunen über Junker

(Quelle: Lippische Langeszeitung 14.10.2009)

Jahrestreffen des Bundesverbandes

Lemgo. „Selbst für uns Fachleute sind sowohl der Künstler und Handwerker alsauch das historische Original des  Junkerhauses einzigartig“, erklärte Guido Kramp. Der Vorsitzende des Bundesverbandes der geprüften Restauratoren im Handwerk war mit 160 anderen Mitglieder zu Besuch in Lemgo.

Alle zwei Jahre treffen sich die Vertreter der Mitgliedsbetriebe auf der Denkmalmesse in Leipzig. In den Zwischenjahren wechseln die Zusammenkünfte in ganz Deutschland – nun war Lippe an der Reihe. „Wir wollen unsere Treffen nutzen, um der Öffentlichkeit zu sagen: Bau-Denkmal ist eine Auszeichnung, keine Verpflichtung“, sagte Kramp. Viele Eigentümer würden zu ängstlich mit dem Thema umgehen. Die Zusammenarbeit mit Denkmalbehörden sei einfacher, als dies oft vermutet würde, sagte der Liemer, dessen Betrieb im November von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers den „Bundespreis für das Handwerk in der Denkmalpflege“ verliehen bekommen wird.

Das Jahrestreffen wurde zunächst mit einem Stadtrundgang durch Bad Salzuflen eröffnet. Am nächsten Tag besuchten die Teilnehmer dann Lemgo – machten einen Stadtrundgang entlang der alten Fachwerkhäuser, besichtigten das Schloss Brake und selbstverständlich auch das  Junkerhaus. „Nachahmen kann man diese Leistung nicht, aber den Respekt davor mitnehmen und sich inspirieren lassen für kommende Aufgaben in unserem Arbeitsalltag“, meinte Guido Kramp.

„Woher hat Karl  Junker seine Anregungen und Impulse für dieses Werk genommen?“, überlegte Rainer Leonhardt aus Berlin: „Bei den Schnitzereien erkenne ich auch Wiederholungen, aber die Skulpturen haben einen hohen künstlerischen Wert, und die Zusammenstellung der Elemente drückt das Besondere signifikant aus.“ „Eine solche Künstlerpersönlichkeit ist schon beeindruckend“, stellte sein Kollege Sebastian Rost fest. „Großartig, wie er sein Lebenswerk durchgezogen hat. War da Naivität mit im Spiel oder hat sich Karl  Junker als Genie eines da Vinci gesehen?“ Heute müsse jeder Architekt seine Pläne logisch erklären –  Junker brauchte sein Schaffen nicht begründen und sei dabei bestimmt nicht unglücklich gewesen.(rs)