Mondäne Kleider und Schnitzereien in Holz

(Quelle: Lippische Landeszeitung vom 21. Mai 2007)

Kreis Lippe / Lemgo / Bad Salzuflen (sew/ax). Frauen, die in langen Kleidern im Kurhaus promenieren - so etwas, findet Sabine Danscheidt, kennt man höchstens aus alten Heimatfilmen. Einen Blick in die Geschichte aus ganz verschiedenen Sichtwinkeln ermöglichten am gestrigen Sonntag viele Museen. Insgesamt 17 Einrichtungen in Lippe machten mit beim "Internationalen Museumstag".

"Hervorragend" - so lässt sich die Resonanz in Bad Salzuflen beschreiben. Bereits gegen 10 Uhr kamen die ersten Besucher, gegen Mittag wurde es ruhiger, zum Nachmittag hin trafen sich Gruppen im Stadt- und Bädermuseum, das wie alle Einrichtungen in Lippe mit freiem Eintritt lockte. Sabine Danscheidt aus Mettmann ist zurzeit Patientin in der BfA-Klinik und bekam am Wochenende Besuch von ihrem Lebensgefährten Thomas Kowalewski.

Beide interessierten sich weniger für die Kurschatten-Ausstellung als vielmehr für die Geschichte des Staatsbades. "Früher konnte sich nur die Schickeria so etwas leisten, das sieht man schon an den mondänen Kleidern, die man hier auf den Bildern sieht", meinte Sabine Danscheidt. Der Apothekerschrank im Obergeschoss hatte es dem Paar ebenfalls angetan. "Da kann man die verschiedensten Kräuter riechen, auch ganz seltene. Das ist schon etwas Besonderes", sagte Thomas Kowalewski.

Gute Resonanz auch in Lemgo, als das Junkerhaus um 14 Uhr die Türen öffnete. Der freie Eintritt und das gute Wetter sorgten für stramme Besucherzahlen. Jürgen Scheffler bezifferte selbige am Ende des Tages auf knapp 250, darunter viele Familien mit Kindern. Gerade für die Kinder hatte sich das Junkerhaus-Team etwas Besonderes einfallen lassen. Durch einen ehemaligen Mitarbeiter der Firma Kramp und Kramp bekamen sie einen Einblick in die Kunst des Schnitzens.

Ornamente wurde später auch bemalt. Und vor dem Glasflur, der ins Innere des Junkerhauses führt, stand bereits am frühen Nachmittag eine kleine Schlange. Mehr als 20 Personen sollen möglichst nicht hinein, damit man sich nicht im Wege steht. Unterstützung bei den Führungen bekam Scheffler von Karl-Heinz Richter und Karl Schölpert vom Verein "Alt Lemgo".