Lippische Tischler wollten bei Modernisierung nichts mehr auf die "lange Bank" schieben

(Quelle: Lippe aktuell, 01. Oktober 2005)

Alles zum Festpreis, festgelegten Termin und zum Fixpreis in bester Qualität

Detmold/Kreis Lippe (hn). Die Tischler in Lippe wollen bei der Modernisierung nichts mehr auf die lange Bank schieben. Deshalb starten sie nun eine Service-Offensive, die frischen Wind in den Renovierungsmarkt bringen soll und sich gezielt an alle Wohnungs- und Hausbesitzer wendet, die etwas für die Verbesserung ihres Wohnumfeldes tun wollen, ohne dadurch in Stress zu verfallen. "Entspannt modernisieren!" lautet dabei der Wahlspruch. Zum festgelegten Termin und zum Fixpreis in bester Qualität- Wunschfinanzierung inklusive.

Dabei werden die Tischler die verschiedenen Handwerksleistungen koordinieren. Damit das funktioniert, wird jetzt erst einmal intensiv geschult. An den Schulungen nehmen sieben Firmen aus Lippe teil. Danach gibt es den großen Marktauftritt der Modernisierungstischler mit Qualitätssiegel. Der Fachverband Tischler NRW hat dazu zwei kompetente Partner an Bord geholt, den Holzwerkstoffhersteller Egger und die LBS. Die Schirmherrschaft hat NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers übernommen. Mit der Aktion werden drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Wohnungsbesitzer profitieren durch schön hergerichtete eigene vier Wände, das Handwerk durch steigende Umsätze und der Arbeitsmarkt durch zusätzliche Jobs.

Seit 1998 übersteigt der Umsatz am Modernisierungsmarkt in Deutschland das Neubauvolumen. Der Neubau bewegt sich mit 30 bis 35 Prozentanteil am Gesamtmarkt auf deutlich niedrigerem Niveau als in den 90er Jahren. Dieser Wert wird in den nächsten Jahren aber relativ konstant bleiben. Völlig gegen diesen Trend haben sich aber die Ausgaben für die Modernisierung von Wohnungen entwickelt.

Dieser Bereich ist in den letzten 25 Jahren stetig gewachsen. Im Schnitt investiert bereits jeder Haushalt in Deutschland langfristig pro Jahr 1.200 Euro in Modernisierungsarbeiten. Bei den 55 bis 60-jährigen steigen die Investitionen sogar auf 2.800 Euro im Jahr an. Die demographische Entwicklung spricht also eine klare Sprache: Auf Grund der stetig ansteigenden modernisierungsstarken Jahrgänge in der Bevölkerung werden die durchschnittlichen Haushaltsausgaben für Modernisierung weiter ansteigen. Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland mit einem sehr dichten Wohnungsbestand bietet ein ideales Umfeld für die Modernisierungsoffensive der Tischler und weist zudem ein hohes Beschäftigungspotential auf. Am Montag wurde die Aktion auch in Lippe vorgestellt. Obermeister Dirk Böckstiegel, sein Stellvertreter Gerd Töpper, begleitet vom Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Lippe, Klaus Daseking und Vertretern der Firma Egger und der LBS, überreichten Landrat Friedel Heuwinkel im Kreishaus eine dreisitzige Bank.

Damit soll signalisiert werden, so Dirk Böckstiegel: "Wir Tischler leisten jetzt selbst einen aktiven Beitrag dazu, dass bei der Modernisierung nichts mehr auf die lange Bank geschoben wird". Und Gerd Töpper, der auch stellvertretender Kreishandwerkermeister ist, fügte hinzu: “Unsere Initiative soll auch auf andere Gewerke ausstrahlen und wir hoffen, dass auch Elektriker, Maler, Installateure und andere Handwerker davon profitieren“.

Die Sitzbank fand im Eingangsbereich des Kreishauses ihren Platz. Landrat Heuwinkel wünschte der Aktion "Entspannt modernisieren" viel Erfolg und hofft, dass auch andere Bereiche des Handwerks, wie von Töpper angeführt, erfolgreich in die Aktion einbezogen werden.