Landschaftsverband beauftragt Liemer Unternehmer - Gebrüder Kramp ziehen Millionen-Auftrag an Land

(Quelle: Lippische Wochenschau, Juli 2005)

Lemgo-Lieme/ Lichtenau (-HFP-). In Dalheim bei Lichtenau im Kreis Paderborn entsteht bis zum Jahr 2015 das erste Landesmuseum für Klosterkultur. Ende Juni wurde der Grundstein für den Umbau des vor 556 Jahre gegründeten Klosters in Anwesenheit des neuen NRW-Bauministers Oliver Wittke gelegt. "Das klösterliche Leben soll hier wieder gepflegt werden", heißt es in der Pergamentrolle, die in die Mauern der Klosterkirche eingelassen wurde. Der Landschaftsverband Westfalen Lippe investiert hier mit Unterstützung des Landes NRW rund 30 Millionen Euro. Ein Teil davon fließt auch in die Lemgoer Wirtschaft – genauer gesagt nach Lieme, denn die Firma Kramp und Kramp ist im ersten von drei Bauabschnitten mit den Maurer- und Zimmererarbeiten beauftragt worden. "Der bisher größte Auftrag, den wir bekommen haben", freut sich Andreas Kramp im Gespräch mit der Wochenschau. Kein Wunder: Das Auftragsvolumen umfasst immerhin eine Summe von rund 1,1 Millionen Euro!

An der Ausschreibung für diesen Auftrag hätten sich mehr als 100 Firmen beteiligt, neun davon seien in die engere Wahl gekommen, informierte Kramp und: "Schließlich haben wir mit unserem Konzept überzeugt und den Zuschlag bekommen." Viel Zeit bleibt den Liemer Fachleuten nicht, um das Augustiner-Chorherrenkloster auf der Paderborner Hochebene zu restaurieren: "Wir haben höchstens ein Jahr Zeit, wenn´s denn geht möglichst nur zehn Monate!" Da heißt es natürlich aus dem Stand heraus kräftig in die Hände zu spucken. Dass die Gebrüder Kramp mit ihrer Mannschaft dazu imstande ist, haben sie schon oft bewiesen. Und so sind die Arbeiten natürlich schon im vollen Gange. Die bedeutendste Klosteranlage in Westfalen sei ein Bau- und Gartendenkmal, das es zu erhalten gelte, hatte der Minister bei der feierlichen Grundsteinlegung gesagt. "Wir garantieren dafür, dass der Erhalt gesichert wird", so Kramp.

Bereits heute zählt die Museumsanlage rund 50.000 Besuche jährlich. Museumssammlung, Sonderausstellungen und ein umfangreiches Kulturprogramm finden hier ihr Publikum. Ein ganz neues Publikum wird sich an diesem Freitag einstellen. Dann wollen Guido und Andreas Kramp einen Betriebsausflug ins Kloster starten, "damit die Mitarbeiter sich dann auch zurechtfinden, wenn sie dort arbeiten müssen."

Gepflegtes Klosterleben -Baubeginn in Dalheim

Aus dem Westfälisches Volksblatt , Sommer 2005

Kreis Paderborn (WV/ecke). 550 Jahre nach der Gründung von Kloster Dalheim ist der Grundstein für das "Westfälische Museum für Klosterkultur" gesetzt worden. In Anwesenheit des neuen NRW-Bauministers Oliver Wittke wurde gestern die Pergamentrolle mit dem Versprechen "Das klösterliche Leben wird hier gepflegt werden" in der Klosterkirche von Dalheim vermauert. Den kirchlichen Segen sprach Domdechant Dr. Heribert Schmitz.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe baut in Dalheim mit finanzieller Hilfe des Landes – NRW trägt siebzig Prozent der Baukosten in Höhe von 30 Millionen Euro – bis zum Jahr 2015 das bislang einzige Landesmuseum für Klosterkultur auf. Der jetzt in Angriff genommene erste Bauabschnitt sieht bis zur Eröffnung des Museums im Jahr 2007 die Restaurierung des südlichen und westlichen Klosterflügels sowie die Anlage eines Treppenhauses vor.

Die Feierstunde wurde mitgestaltet durch das Bläserensemble Elmar Büsse und das Soester Madrigal-Syndikat, das in der Hall-Akustik der Klosterkirche natürlich den idealen Rahmen vorfand. Minister Wittke schwärmte denn auch: "Ich habe mir fest vorgenommen, mit meiner Familie zum Klostermarkt wiederzukommen".

Tankstelle für innere Kräfte

Grundstein gelegt: In Dalheim entsteht Landesmuseum der Klosterkultur

Aus dem Westfälisches Volksblatt, Sommer 2005

von Manfred Stienecke (Text) und Wolfram Brucks (Foto)

Lichtenau (WV). In Dalheim bei Lichtenau (Kreis Paderborn) entsteht bis zum Jahr 2015 das erste Landesmuseum für Klosterkultur. Gestern wurde in der ehemaligen Klosteranlage der Grundstein für das 30-Millionen-Euro-Projekt gelegt.

"Zur Geschichte unseres Landes gehören die Kirchen und Klöster", betonte der neue NRW-Bauminister Oliver Wittke (CDU) beim ersten Ministerbesuch aus dem Rüttgers-Kabinett in OWL. "Da ist das Geld gut angelegt, wenn wir die Klosteranlage in Ordnung bringen und dafür sorgen, dass die Erinnerung an die Klosterkultur wach gehalten wird." Ungeachtet der Diskussion um die Notwendigkeit immer neuer Museumsbauten sei die Investition in Dalheim unstreitig. Diese "Bedeutendste Klosteranlage in Westfalen" sei ein Bau- und Gartendenkmal, das es zu erhalten gelte.

In drei Bauabschnitten soll das 1460 gegründete Augustiner-Chorherrenkloster auf der Padervorner Hochebene restauriert und zu einem funktionsgerechten Museum ausgebaut werden. Die Anlage, die nach der preußischen Säkularisation 1802 ihre monastische Stellung verloren hat und fast zwei Jahrhunderte lang landwirtschaftlich genutzt wurde, soll bereits 2007 als "Westfälisches Museum für Klosterkultur" eröffnet werden. Bis zur Fertigstellung sämtlicher Anlage - darunter die Rekonstruktion des barocken Klostergartens – werden aber weitere acht Jahre verstreichen. Träger der Anlage ist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der das Kloster Dalheim 1979 erworben hat.

Die Vorsitzende der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe, Maria Seifert, erinnerte noch einmal an den einstimmigen Beschluss des Westfalen-Parlaments, der vor allem durch das geschlossene Auftreten der Paderborner Region zustande gekommen sei. "Die Unterstützung von Kloster Dalheim durch die Bevölkerung und die regionale Wirtschaft hatte wesentlichen Einfluss auf die Entscheidung zugunsten des neuen Landesmuseums für Klosterkultur." Zu den öffentlichen wie privaten Unterstützern des Projekts, die sich in einem Förderkreis und einer Stiftung zusammengefunden haben, gehört auch der Bielefelder Unternehmer August Oetker.

Die von Prof. Dr. Matthias Wemhoff geleitete Museumsanlage, die bereits heute jährlich mehr als 50.000 Besucher zählt, ermöglicht auch während de Bauzeit einen Rundgang durch das weitläufige Areal mit zahlreichen sakralen und profanen Gebäuden. Auch die im Aufbau befindliche Museumssammlung, Sonderausstellungen und ein umfangreiches Kulturprogramm finden ihr Publikum. "Es ist eine Örtlichkeit für die innere Erholung, die innere Erbauung, eine historische Tankstelle für innere Kräfte", beschrieb der Landrat des Kreises Paderborn, Manfred Müller, die besondere Aura der Anlage.