Kramp überwindet die Folgen der Brandnacht

(Quelle: LZ 11.12.2009)

Ein Jahr wie eine Achterbahnfahrt: Im Oktober zerstörte ein Großfeuer die Tischlerei und den Restaurierungsbetrieb der Liemer Kramp-Gruppe. Trotzdem erzielt diese 2009 ein Umsatzplus von 30 Prozent.

Lemgo-Lieme. Und Geschäft sführer Guido Kramp blickt laut einer Pressemitteilung des Unternehmens weiter mit Optimismus nach vorn: Möglichst schon im April sollen die Tischler ihre Arbeit wieder am angestammten Platz in der Liemer Werkstraße aufnehmen – auf einem erweiterten Betriebsgelände. Gegenwärtig restauriert das Team von Guido Kramp in einer angemieteten Fabrikhalle eine Pergola-Anlage von Schloss Stolzenfels bei Koblenz. Ein Auft rag, der nicht vom Brand betroff en war.

Noch in diesem Jahr soll die zerstörte Produktionshalle abgerissen werden. Die Genehmigung liegt bereits vor. Grünes Licht für den Neubau erwartet Kramp in kurzer Zeit. „Alle beteiligten Behörden, von der Stadt bis zum Kreis, erweisen sich als echte Dienstleister, arbeiten schnell und gut“, lobt der Tischlermeister und geprüft e Restaurator. Sollte das Wetter mitspielen, kann die Rohbauhalle bereits Ende Januar stehen. Gleichzeitig mit dem Neubau der Halle plant Kramp eine Betriebsfl ächenerweiterung: Auf dem bereits erworbenen Nachbargrundstück sollen auf rund 1200 Quadratmetern dringend benötigte Parkplätze entstehen.

Rückblende: Als am 21. Oktober die Flammen aus dem Hallendach schlugen, war das für Guido Kramp zunächst eine Katastrophe. Die Betriebsstätte fi el aus, Maschinen verwandelte das Feuer in Technik-Schrott. Fenster und Türen, die zur Restaurierung in der Halle lagerten, verbrannten. Gesamtschaden: rund 1,5 Millionen Euro. Das Bauunternehmen von Andreas Kramp und die von Ralf Deppe geführte Firma Antiquitäten Kramp waren von dem Desaster nicht betroff en.

Für die G. Kramp GmbH & Co. KG musste eine schnelle Lösung her. Diese fand sich bereits am Tag nach dem Brand in Brake, in der Übergangshalle der Firma Dux. Schon am 2. November nahm Guido Kramp dort mit voller Mannschaft Produktion und Restaurierungsarbeiten wieder auf. Auf rund 1000 Quadratmetern bieten sich genug Platz für Tischlerei, Oberfl ächenbehandlung, Glaserei und ein Teil der Zimmerei. Laufende Auft räge bleiben damit im Zeitplan, beim Brand geschädigte Fenster und Türen konnten mittlerweile schon wieder ausgeliefert werden. Darunter befi nden sich auch rund 100 Jahre alte Fenster und Türen der Leibniz-Universität Hannover.

Die Firma Kramp & Kramp gehört mit einem aktuellen Jahresumsatz von rund 5,5 Millionen Euro und 50 Mitarbeitern – darunter zehn Auszubildende – zu den größten Handwerksbetrieben Lippes.