Kramp-Trio ist stolz- Hohe Auszeichnung für saniertes Denkmal in Herford

(Quelle LZ März 2002)

Lemgo-Lieme/Herford. Seit ein paar Tagen blinkt ein silbriges Schild am Remensniderhaus in Herford. Ostwestfalens Fachwerkhaus mit dem bedeutendsten Ziergiebel, von 1995 bis 2001 grundsaniert, ist im bundesweiten Wettbewerb „Energiesparen in Baudenkmälern" des BHU (Bund für Heimat und Umwelt) ausgezeichnet worden. Und darauf sind auch drei Liemer stolz.

„Fünf Jahre beschäftige ich mich mit dem Erhalt historischer Häuser und jetzt dieser Preis. Der zeigt einem: Du bist auf dem richtigen Weg", freut sich Architektin Manuela Kramp. Sie hatte das Konzept für die umfassende Instandsetzung erarbeitet, das dann von ihren beiden Brüdern Andreas und Guido und ihrem Liemer Betrieb in die Tat umgesetzt wurde. Dazu gehörte auch die Installation einer Wandheizung. „Sie ist praktisch eine in die Wand verlegte Fußbodenheizung", erläutert die Architektin das Prinzip. Diese Heizung hat den Vorteil, dass sie die aus Lehmbausteinen aufgeführten Wände trocken hält und so einen organischen Wärmeaustausch zwischen innen und außen und ein angenehmes Raumklima im Baudenkmals selbst sichert.

Ein weiterer Pluspunkt im Sanierungskonzept war die Aufarbeitung der barocken Blockrahmen- und der gut 200 jährigen Kastenfenster. Zusammen mit zehn weiteren vorbildlich restaurierten Denkmälern wird das Haus in der Preisträger-Broschüre des BHU vorgestellt. Die Dachorganisation aller deutschen Heimatbünde mit Sitz in Bonn setzt sich vor allem für den Einsatz
moderner Techniken und Ideen zur Reduzierung des Energiebedarfs in historischer Bausubstanz ein.

Nicht weniger stolz ist Bauherr Frank Liedtke auf die Auszeichnung. Neben dem (relativ) günstigen Kaufpreis handelte sich der Herforder die Verpflichtung ein, das 1561 erbaute Haus wieder herrichten zu lassen. Aber damit stand Liedke nicht solo, die Sanierung wurde Familienanliegen. Trotz vieler mit dem Kramp-Konzept abgestimmter Eigenleistungen kostete die „Verjüngungskur" des Remensnider fast eine Million Mark.

Heute wohnt Liedtke selbst in diesem bedeutendsten architektonischen Kleinod der Stadt, im Erdgeschoss hat sein Bruder Andreas Liedtke ein Fachgeschäft für antikes Wohnen und Bauen eingerichtet.

Das Objekt das Remensniderhaus in der Herforder Brüderstraße.

(Text: Lothar Nenz,Foto: KIEL-STEINKAMP)