Entspannt modernisieren

(Quelle: Lippische Landeszeitung vom 28. September 2005)

Der Tischler als zentraler Ansprechpartner

Kreis Lippe. Die Tischler in Nordrhein-Westfalen und damit natürlich auch in Lippe wollen bei der Modernisierung und Renovierung von Wohnräumen nun nichts mehr auf die lange Bank schieben. Deshalb starten sie eine Serviceoffensive, die frischen Wind in den Renovierungsmarkt bringen soll.

Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es, dass durch diese Initiative die teilnehmenden Betriebe in die Lage versetzt werden, koordinierend bei Renovierungsmaßnahmen tätig zu werden. Mission der Partnerschaft ist es somit, Tischler zu zentralen Netzwerkpartnern einer Reihe von Handwerkern zu machen, die gemeinsam Modernisierungsaufträge abwickeln. Dem Tischler kommt dabei die Rolle des zeitlichen, qualitativen und preislichen Koordinators, also die Rolle eines zentralen Ansprechpartners zu.

Damit das funktioniert, hat der Fachverband des Tischlerhandwerks in Nordrhein-Westfalen sich gemeinsam mit dem Holzwerkstoffhersteller EGGER und der LBS West (Bausparkasse der Sparkassen) gründlich vorbereitet: 200 Tischlermeister wurden in einem dreitägigen Qualifizierungsseminar geschult. Zur Koordinierung der Handwerksleistungen werden Partnerschaften mit Elektrikern, Malern, Sanitärhandwerkern etc. gebildet. Die Aktion "Entspannt modernisieren" richtet sich ganz gezielt an alle jene Wohnungs- und Hausbesitzer in Nordrhein-Westfalen, die etwas für die Verbesserung ihres Wohnumfeldes tun wollen, ohne dadurch in Stress zu verfallen.

Deshalb auch die Kernsbotschaft der extra geschulten Tischlerbetriebe: Mit dem Tischler modernisieren aus einer Hand. Zum Festpreis. Zum Fixtermin. In bester Qualität. Wunschfinanzierung inklusive. Im bevölkerungsreichsten Bundesland gibt es ein enormes Potential, das gehoben werden könnte. Damit würden drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Wohnungsbesitzer profitieren durch schön hergerichtete eigene vier Wände, das Handwerk durch steigende Umsätze und der Arbeitsmarkt durch zusätzliche Jobs.

Das Marktumfeld im Bereich Modernisierung ist sehr günstig: Seit 1998 übersteigt der Umsatz am Modernisierungsmarkt das Neubauvolumen. Der Neubau bewegt sich mit 30% bis 35% Anteil am Gesamtmarkt auf deutlich niedrigerem Niveau als in den 90er Jahren. Es hat sich im Wohnungsneubau das Volumen seit 1995 kontinuierlich verringert und so werden die in der Blüte 1995 einstmals ca. 650.000 neu gebauten Wohnungen auf nur 200.000 Wohneinheiten im Jahr 2005 zurückfallen. Im Schnitt investiert bereits jetzt jeder Haushalt in Deutschland langfristig pro Jahr 1.200 Euro in Modernisierungsarbeiten. Bei den 55- bis 60-Jährigen steigen die Investitionen sogar auf 2.800 Euro im Jahr an. Die demographische Entwicklung spricht also eine klare Sprache: Auf Grund der stetig ansteigenden modernisierungsstarken Jahrgänge in der Bevölkerung werden die durchschnittlichen Haushaltsausgaben für Modernisierung weiter ansteigen. Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland mit einem sehr dichten Wohnungsbestand bietet ein ideales Umfeld für die Modernisierungsoffensive der Tischler.

Nach aktuellen Berechnungen der Heinze Marktforschung wird das Investitionsvolumen im Neubau von 53 Milliarden Euro in 2002 auf 40 Milliarden Euro in 2050 zurückgehen. Trotz des voraussichtlich starken Bevölkerungsrückgangs wird aber im Bereich der Modernisierung das Marktvolumen stetig zunehmen.

Bis 2020 sieht man hier noch ein Ansteigen von 85 auf 91 Milliarden Euro. Nach den Prognosen der Marktforscher wird sich der Anteil des Bauens im Bestand von derzeit knapp 60% am gesamten Bauvolumen in den kommenden Jahren auf 65 bis 70 % erhöhen. Das heißt: Moderniserung ist für Tischler ein attraktiver Markt für die Zukunft. Deshalb lautet die Kernbotschaft für Tischler: "Entspannt modernisieren", um so die Chancen am Modernisierungsmarkt zu nutzen.