Ein wunderbarer Tag für uns alle

(Quelle LR Juli 2002)

 

WESTFALEN-BLATT erfüllt elfjährigem Antiquitäten-Fan einen Herzenswunsch

 

Lemgo (LR). »Eigentlich hat mir alles am besten gefallen«, ist der elfjährige Höxteraner Lars Gollen noch am Abend ganz aufgewühlt von den Ereignissen des mittlerweile fast vergangenen Tages. Für Lars ist an diesem Dienstag nämlich ein kleiner Herzenswunsch in Erfüllung gegangen. Der junge Antiquitäten-Sammler hatte bei der WESTFALEN-BLATT-Aktion »Wünsche werden wahr!« mitgemacht und gewonnen. Er durfte einen ganzen Tag lang das renommierte Antiquitätengeschärt der Firma Kramp in Lemgo-Lieme besichtigen. Und zwar mit allem, was dazu gehört.

»Heute bist du der King«, meint Senior-Chef Georg Kramp, als er zusammen mit Matthias Steinhaus, dem Leiter der WESTFALEN-BLATT-Geschäftsstellen in Detmold und Lemgo, den Gewinner begrüßt. Georg Kramp wird sich sich seinem Besucher den ganzen Tag widmen, ihm alles zeigen und vor allem auch die vielen Fragen beantworten, mit denen Lars ihn förmlich »löchern« wird. Denn Lars ist an diesem aufgregenden Tag voll in seinem Element.

Seit ihn sein Vater Hartwig vor rund fünf Jahren auf einen Flohmarkt mitgenommen hat, ist der Schüler Feuer und Flamme, wenn es um alte Dinge geht. Mittlerweile hat Lars schon eine stattliche Sammlung beisammen, deren »Sahnestücke« er nach Lemgo mitgebracht hatte, um sie dem Experten Georg Kramp zu zeigen. Allen voran sein 100 Jahre altes Grammophon, für dessen Kauf der Elfährige stattliche 350 Euro gespart hatte.

Doch seine eigenen Schätze sind schnell vergessen, als Lars die unzähligen Raritäten sieht, die die Familie Kramp in ihren Ausstellungsräumen und den zahlreichen Außenlagern hat. »Die haben sogar ein Lager mit mehr als 500 Stühlen«, staunt Lars nicht schlecht über die Größe des in viele Lager ausgespaltenen Betriebes der Firma Kramp. Aber nicht nur die Informationen über die vielen Schätze interessieren den Höxteraner. Auch beim Besuch der Werkstatt und der Abbeizerei lernt er eine ganze Menge über die Restaurierung alter Möbelstücke. Und das kann ihm vielleicht mal sehr nützlich sein, schließlich plant Lars schon jetzt, nach einer Schreinerlehre Möbelrestaurator zu werden.

Sicherlich kein gewöhnlicher Wunsch für einen elfjährigen Jungen, aber Lars stört es nicht, dass er andere Interessen hat, als seine Mitschüler. »In der Grundschule war es schon recht schwer mit Freunden, weil Lars eben kein Fußball-Junge ist«, erklärt seine Mutter Margot, doch seit ihr Sohn die Hauptschule besucht, ist die Akzeptanz seines ungewöhnlichen Hobbys besser geworden. »Ein Freund von mir findet mein Grammophon ganz toll«, sind einige Bekannte nun sogar ein bisschen neidisch auf Lars.

Und die Sammlung von Lars vergrößert sich auch an diesem Dienstag, denn Georg Kramp zeigt sich nicht nur außerordentlich hilfsbereit, sondern auch sehr spendierfreudig und schenkt Lars einige Sachen, die diesen besonders interessieren. Als ein für Lars rundum perfekter Tag dann zu Ende geht, sind auch seine Eltern ganz begeistert: »Toll, wie viel Zeit sich der Herr Kramp genommen hat«, ist Hartwig Gollen sehr beeindruckt von dem Erlebnis: »Es war ein wunderbarer Tag für uns alle.«

(Text und Fotos: Alexander Gionis)