„Ein Kleinod erwacht“: Bauernhauscafé „Zur Jöllenquelle“ wird Ende des Jahres eröffnet

(Quelle: Neue Westfälische vom 7./8. Juni 2007)

Jöllenbeck. Sie lassen sich vom Baulärm nicht stören – die Schwalben, die sich das historische Fachwerkhaus an der Amtsstraße 22 als Domizil ausgesucht haben. „Hier haben früher immer Schwalben gebrütet“, erzählt Besitzer Friedrich Wilhelm Brünger. Im Herbst vergangenen Jahres begannen Fachfirmen damit (NW vom 9. Dezember 2006), den Dreiständerbau zu entkernen, im November soll das Bauernhauscafé „Zur Jöllenquelle“ eröffnen.

„Die Grundsubstanz des Hauses ist für das Alter gut“, sagt Architektin Manuela Kramp vom Altbauspezialisten Kramp & Kramp mit Sitz in Lemgo. Die Fachfirma arbeitet eng mit der Unteren Denkmalbehörde zusammen, denn das Leineweberhaus, dessen ältester Teil 1727 errichtet wurde, steht unter Denkmalschutz. Zum Haupthaus gehören weitere Gebäude, die zwischen 1801 und 1838 entstanden. „Viele Anwohner verfolgen die Bauarbeiten und möchten wissen, wie die Restaurierung durchgeführt wird“, sagt der Bauherr.

Guido Kramp, Tischlermeister und Restaurator, versichert:  “Für uns ist wichtig, dass wir mit authentischem Material arbeiten.“ Der Boden bestehe aus einer Blähtonschicht, die mit Estrich verfüllt werde. Küche und Deele erhalten anschließend einen Natursteinbelag. Für die Innenausfachung verwenden die Facharbeiter Lehmsteine. Erhalten werden können die seltenen Bleisprossenfenster. „Wir haben auch noch eine historische Eichen-Standuhr, Beistelltische, Anrichten, eine Wäschemangel und eine Brauttruhe“, sagt Friedrich Wilhelm Brünger, dessen Urgroßvater in dem Haus einen Leinenhandel betrieb. Später diente der Fachwerkbau als Lagerfläche, denn die Familie hatte in der Amtsstraße 24 ein Textilgeschäft eröffnet. Zum Ensemble gehörten ebenfalls der „Brüngersche Kotten“ an der Amtsstraße 20.

„Damals hieß es immer, dass die Jölle bei Brünger im Garten entspringt“, erzählt der Inhaber des „1.000-Teppichböden-Hauses“. Dem wolle man mit dem Namenszusatz „Zur Jöllenquelle“ Rechnung tragen. Außerdem solle der alte Brunnen wieder aktiviert werden, inmitten eines „großen Kaffeegartens mit altem Baumbestand.“

Am 10. September können sich Besucher über das Bauprojekt informieren. Passend zum Tag des offenen Denkmals veranstaltet Friedrich Wilhelm Brünger einen Tag der offenen Tür.