Bundeswettbewerb »Energiesparen in Baudenkmälern« Remensnider-Haus ausgezeichnet

(Quelle NW März 2002)

Herford (HK). Das Remensnider-Haus macht jetzt auch bundesweit von sich reden - und das nicht nur als bauhistorisches Meisterwerk. Die Jury des Bundeswettbewerbs »Energiesparen in Baudenkmälern« hat Architektin Manuela Kramp (Lemgo) und Eigentümer Frank Liedtke für das Ressourcen sparende Konzept des renovierten Fachwerkhauses ausgezeichnet.

Insgesamt wurden bei dem vom Bund Heimat und Umwelt (BHU) ausgerichteten Wettbewerb bundesweit elf vorbildliche Projekte prämiert. Der schmucke Bau an der Brüderstraße - das künstlerisch reichste spätgotische Fachwerkhaus mit Figurenknaggen in Westfalen - war jedoch eines der wenigen Privatgebäude, die für eine Verbindung historischer Bausubstanz mit modernen Energiesparmaßnahmen belohnt wurden.

So ist das 1521 erbaute Haus unter anderem mit einer Wandheizung, die den Wandaulbau aus dem natürlichen Baustoff Lehm trockenhält, sowie historischen Vorsatzfenstern mit Energiesparverglasung ausgestattet. »Die Jury hält die denkmalgerechte Sanierung für sehr gelungen und nachahmenswert. Die Maßnahmen zur Energieeinsparung harmonieren mit dem äußeren Erscheinungsbild des historischen Gebäudes«, lobt die Jury.

Der Preis des BHU, der Dachorganisation der Heimatverbände in der Bundesrepublik mit Sitz in Bonn, ist rein ideeller Natur, eine Prämie gibt es nicht. Dafür ist das Remensnider-Haus in eine 44-seitige Broschüre mit den zehn anderen Preisträgern aufgenommen worden und wirbt somit für das historische Herford bundesweit.

Die Auszeichnung wird demnächst auch für alle Passanten sichtbar gemacht. Unter der Denkmalschutz-Plakette wird eine entsprechende Tafel angebracht. »Wir waren von dem Preis völlig überrascht«, sagt Diplom-Ingenieurin Manuela Kramp, die den Wettbewerbsbeitrag konzipiert hatte. Und auch bei Eigentümer Frank Liedtke ist die Freude groß. Der 33-jährige Diplom-Betriebswirt, der zur Zeit seinen Abschluss als Immobilienwirt in Detmold macht, wohnt im wohl schönsten Fachwerkbau der Stadt. Das Thema Haus und Bauen scheint in der Familie zu liegen, betreibt doch sein Bruder Andreas im Haus eine Fachhandlung für historische Baustoffe. Das Remensnider-Haus war zwischen 1999 und 2001 aufwendig saniert worden.

(Text Bernd Bexte/Foto: Rose)